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Was ist ein ETF? In 5 Minuten so erklärt, dass es wirklich jeder versteht

Du hast schon hundertmal von ETFs gehört, aber nie wirklich verstanden, was dahintersteckt? Nach diesem Artikel weisst du, wie ETFs funktionieren – ganz ohne Börsen-Fachchinesisch.

Für Anfängerca. 5 Min. LesezeitEinfach erklärt
Bildraster aus verschiedenen Branchen: Klinik, Halbleiterfertigung, Windpark, Containerhafen, Supermarkt und Bankgebäude als Sinnbild für Streuung

Ein Korb statt einer einzelnen Firma

Stell dir vor, du möchtest in Unternehmen investieren. Statt dich für eine einzige Firma entscheiden zu müssen, kaufst du mit einem ETF vereinfacht gesagt einen ganzen Korb voller Unternehmen auf einmal.

Du musst dafür nicht wissen, welches Unternehmen in fünf Jahren vorn liegt. Du beteiligst dich an vielen gleichzeitig – und trägst damit auch das Risiko des gesamten Markts statt das eines einzelnen Betriebs.

Eine Aktie

→ ein Unternehmen

Alles hängt davon ab, wie sich diese eine Firma entwickelt.

ETF

→ viele Unternehmen in einem Paket

TechnologieGesundheitIndustrieFinanzenKonsumEnergie

Genau das ist die Grundidee eines ETFs.

Was bedeutet „ETF“ überhaupt?

ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch: börsengehandelter Fonds. Ein Fonds ist ein gemeinsamer Geldtopf vieler Anleger, aus dem Wertpapiere gekauft werden. „Börsengehandelt“ heisst: Du kannst Anteile daran während der Handelszeiten an der Börse kaufen und verkaufen – ähnlich einfach wie eine Aktie.

Weil die meisten ETFs einen Index nachbilden, nennt man sie auch Indexfonds. Sie versuchen also nicht, den Markt zu schlagen, sondern ihn abzubilden.

 AktieETFAktiver Fonds
Was kaufst du?Anteil an genau einem UnternehmenAnteil an einem Fonds mit vielen WertpapierenAnteil an einem Fonds, den ein Team aktiv auswählt
Wer entscheidet über die Zusammensetzung?Du selbstMeist ein festes Regelwerk bzw. ein IndexFondsmanagement nach eigener Einschätzung
HandelBörseBörse, fortlaufend während der HandelszeitenHäufig über die Fondsgesellschaft, oft ein Kurs pro Tag
Laufende KostenKeine Fondskosten, aber HandelskostenHäufig relativ niedrigIn der Regel höher, teils zusätzlich Ausgabeaufschlag
StreuungKeine – ein UnternehmenAbhängig vom Index: breit oder sehr engAbhängig von der Strategie

Wie funktioniert ein ETF?

Zuerst der Begriff Index: Ein Index ist vereinfacht gesagt eine Zusammenstellung bestimmter Unternehmen nach festgelegten Regeln. Er ist eine Art Messlatte für einen Markt.

  • MSCI World – Aktien vieler grosser Unternehmen aus Industrieländern.
  • S&P 500 – 500 grosse börsennotierte Unternehmen aus den USA.
  • DAX – die grössten börsennotierten Unternehmen aus Deutschland.

Ein ETF kann nun versuchen, einen solchen Index möglichst genau nachzubilden. Läuft der Index nach oben, entwickelt sich der ETF in der Regel ähnlich – bei fallenden Kursen genauso.

  1. Schritt 1

    Index

    Regelwerk legt fest, welche Wertpapiere enthalten sind.

  2. Schritt 2

    Viele Unternehmen

    Der Index umfasst je nach Markt Dutzende bis Tausende Titel.

  3. Schritt 3

    ETF bildet nach

    Der Fonds versucht, diese Zusammensetzung abzubilden.

  4. Schritt 4

    Du kaufst einen Anteil

    Mit einem Anteil beteiligst du sich am gesamten Fondsvermögen.

Wichtig: ETF heisst nicht automatisch breit gestreut

Es gibt auch ETFs auf einzelne Branchen, einzelne Länder, Rohstoffe oder sehr spezielle Themen. Solche ETFs enthalten teils nur wenige Positionen und können deutlich stärker schwanken als ein weltweit ausgerichteter Aktien-ETF. Entscheidend ist immer, was der ETF abbildet – nicht die Bezeichnung „ETF“.

Ein Beispiel mit 100 €

Angenommen, du investierst 100 € in einen breit gestreuten Aktien-ETF. Wirtschaftlich setzt du damit nicht auf den Erfolg eines einzigen Unternehmens: Der Fonds hält viele verschiedene Wertpapiere, und dein Anteil hängt an der Entwicklung dieses gesamten Fondsvermögens.

Wichtig zur Genauigkeit: Es wird nicht so gerechnet, dass deine 100 € einzeln in jedes Unternehmen fliessen. Du kaufst einen Anteil an einem Fonds, der insgesamt viele Positionen hält.

ETF

100 €

→ Anteil an einem Fonds mit vielen Wertpapieren

Einzelaktie

100 €

→ ein Unternehmen

Warum kaufen so viele Menschen ETFs?

Diversifikation

Mit einem einzigen ETF kann man je nach Index in viele Unternehmen investieren, statt auf eine einzelne Firma zu setzen.

Niedrige Einstiegshürde

ETF-Sparpläne sind bei vielen Anbietern bereits mit kleinen monatlichen Beträgen möglich.

Wenig Aufwand

Man muss keine einzelnen Unternehmen analysieren, weil der ETF einem Regelwerk folgt.

Oft geringe laufende Kosten

Viele passive ETFs sind günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Kosten wirken langfristig auf das Ergebnis.

Automatisierbar

Über einen Sparplan wird regelmässig automatisch investiert, ohne dass du jeden Kauf selbst auslöst.

Diese Punkte erklären die Beliebtheit – sie machen ETFs aber nicht sicher. Ein ETF nimmt dir Arbeit ab, kein Risiko.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF-Sparplan ist ein Dauerauftrag fürs Depot: In regelmässigen Abständen wird automatisch ein vorher festgelegter Betrag in einen ETF investiert – bei den meisten Anbietern monatlich.

  1. 1100 € pro Monat
  2. 2ETF-Sparplan
  3. 312 Käufe pro Jahr
  4. 4langfristiger Vermögensaufbau als Ziel

Der Kurs schwankt dabei ständig. Manchmal kaufst du zu höheren, manchmal zu niedrigeren Kursen. Ein Sparplan sorgt dafür, dass du nicht den „richtigen Zeitpunkt“ suchen musst – ein Gewinn entsteht dadurch aber nicht automatisch.

Zwölf gleiche Briefkuverts in Reihen als Sinnbild für zwölf monatliche Sparplan-Käufe pro Jahr

Modellrechnung

Was könnten 100 € monatlich langfristig bewirken?

Verändere Sparrate, Dauer und angenommene Rendite und sieh, wie sich Einzahlungen und rechnerischer Zuwachs verschieben.

Die Rendite ist eine frei gewählte Annahme, kein erwarteter Wert. Zur Vereinfachung wird sie gleichmässig über alle Monate gerechnet – reale Kurse schwanken.

Selbst eingezahlt

36.000 €

Hypothetischer Endwert

100.954 €

Hypothetischer Wertzuwachs

64.954 €

Einzahlungen rechnerischer Zuwachs

Dies ist lediglich eine Modellrechnung. Renditen sind nicht garantiert. Tatsächliche Wertentwicklungen können erheblich abweichen – auch negativ. Kosten und Steuern sind nicht berücksichtigt.

ETF = sicher? So einfach ist es nicht.

  • Börsenkurse können stark fallen – auch über längere Zeiträume.
  • ETFs können zeitweise deutliche Verluste zeigen, weil sie den Markt abbilden und ihn nicht abfedern.
  • Vergangene Renditen sagen nichts Sicheres über die Zukunft aus.
  • Branchen-, Themen- oder Länder-ETFs können sehr konzentriert sein und schwanken oft stärker.
  • Fremdwährungen können zusätzliche Effekte auf den Wert in Euro haben.
  • Nicht jeder ETF passt zu jedem Anleger, Anlagehorizont oder Risikoempfinden.
  • Ein langer Anlagehorizont kann Schwankungen relativieren, beseitigt Risiken aber nicht.
Bergkette mit tiefen Tälern im blauen Morgenlicht als Sinnbild für langfristige Kursverläufe mit zwischenzeitlichen Rückgängen

Rechenbeispiel

10.000 €Rückgang −30 %7.000 €

Um von 7.000 € wieder auf 10.000 € zu kommen, ist ein Plus von rund 42,9 % nötig. Ein ETF ist keine Verzinsung, sondern ein schwankender Marktwert.

ETF oder einzelne Aktien?

Kleiner Korb mit einem einzelnen Apfel neben einem grossen Korb mit vielen verschiedenen Früchten

Einzelaktie

Du setzt stärker auf den Erfolg eines bestimmten Unternehmens. Läuft es gut, wirkt das deutlich – läuft es schlecht, ebenso.

Breit gestreuter ETF

Du verteilst dein Investment auf viele Unternehmen. Einzelne Ausfälle fallen weniger stark ins Gewicht.

„Nicht alle Eier in einen Korb legen.“

Diversifikation reduziert das Risiko einzelner Unternehmen. Fällt der ganze Markt, hilft sie jedoch nicht: allgemeine Marktverluste bleiben.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Ausschüttend

Erträge – etwa Dividenden der enthaltenen Unternehmen – werden grundsätzlich an dich ausgezahlt.

ETF → Ertrag → Anleger

Thesaurierend

Erträge bleiben im Fonds und werden dort wieder angelegt. Du bekommst keine Auszahlung.

ETF → Ertrag → Wiederanlage

Hinweis: Die steuerliche Behandlung hängt unter anderem vom Wohnsitz und den jeweils geltenden Vorschriften ab und unterscheidet sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist keine Steuerberatung.

Was kostet ein ETF?

Beispiel

TER 0,20 %

TER steht für Total Expense Ratio, also die laufenden Kosten des Fonds pro Jahr. Sie werden nicht separat abgebucht, sondern im Fondsvermögen berücksichtigt. Bei 1.000 € entsprechen 0,20 % rechnerisch 2 € pro Jahr.

Was zusätzlich anfallen kann

  • Order- oder Sparplangebühren deines Brokers
  • Kosten des Handelsplatzes und die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs
  • Transaktionskosten innerhalb des Fonds, die nicht in der TER stehen
  • Steuern auf Erträge und Gewinne, je nach Land

Die TER allein sagt daher nicht, was dich ein ETF tatsächlich kostet.

Wie kauft man einen ETF?

  1. 1

    Wertpapierdepot eröffnen

    Ein Depot ist das Konto, in dem deine Wertpapiere liegen. Anbieter unterscheiden sich in Kosten und Auswahl.

  2. 2

    Passenden ETF recherchieren

    Welcher Markt soll abgebildet werden? Ein weltweiter Aktienindex verhält sich anders als ein Technologie-ETF.

  3. 3

    Kosten, Index und Zusammensetzung prüfen

    TER, Fondsgrösse, Index und die grössten Positionen stehen im Factsheet des Anbieters.

  4. 4

    Ausschüttend oder thesaurierend wählen

    Erträge werden entweder ausgezahlt oder im Fonds wieder angelegt.

  5. 5

    Einmalanlage oder Sparplan festlegen

    Beides ist möglich, ein Sparplan verteilt Käufe über die Zeit.

  6. 6

    Betrag bestimmen

    Sinnvoll ist ein Betrag, der auch bei schwankenden Kursen dauerhaft tragbar bleibt.

  7. 7

    Langfristige Strategie festlegen

    Vorher überlegen, wie lange investiert wird und wann etwas verändert wird – nicht mitten im Kursrückgang.

Dieser Abschnitt erklärt den grundsätzlichen Ablauf. Er ist keine Empfehlung für einen bestimmten ETF, Broker oder Zeitpunkt und ersetzt keine individuelle Beratung.

Depot & ETF-Sparplan starten

Aktuell ist kein Partner hinterlegt. Sobald eine Zusammenarbeit besteht, wird sie hier transparent als Partnerlink gekennzeichnet.

Aus Erfahrung

Diese Fehler solltest du kennen

Fehler 1

ETF kaufen, ohne zu wissen, was drin ist

Zwei ETFs mit ähnlichem Namen können völlig unterschiedliche Märkte abbilden. Ein Blick auf Index und grösste Positionen gehört dazu.

Fehler 2

Bei einem Rückgang panisch verkaufen

Wer nach einem Kursrückgang verkauft, realisiert den Verlust. Deshalb ist wichtig, vorher zu wissen, welche Schwankung man aushalten kann.

Fehler 3

Nur auf vergangene Renditen schauen

Eine starke Vergangenheit ist keine Zusage für die Zukunft. Sie sagt vor allem etwas darüber aus, was bereits passiert ist.

Fehler 4

Kosten ignorieren

Laufende Fondskosten, Ordergebühren und Handelsplatzkosten summieren sich über Jahre.

Fehler 5

Glauben, ETF heisse automatisch risikolos

Ein ETF ist eine Verpackung, kein Schutzschild. Das Risiko steckt in dem, was der ETF abbildet.

FAQ

Häufige Fragen zu ETFs

Was ist ein ETF einfach erklärt?

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds. Du kaufst einen Anteil an einem Fondsvermögen, das viele Wertpapiere enthalten kann. Statt eine einzelne Aktie zu kaufen, beteiligst du dich an einem ganzen Korb.

Wie funktioniert ein ETF?

Die meisten ETFs versuchen, einen Index möglichst genau nachzubilden. Der Index ist eine nach festen Regeln zusammengestellte Liste von Wertpapieren. Steigt der Index, steigt in der Regel auch der ETF-Kurs – und umgekehrt.

Kann man mit 50 € einen ETF kaufen?

Bei vielen Anbietern sind Sparpläne oder Käufe von Teilanteilen mit kleinen Beträgen möglich. Ob 50 € gehen, hängt vom Broker und vom jeweiligen ETF ab.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein Auftrag an den Broker, in festen Abständen automatisch einen festgelegten Betrag in einen ETF zu investieren, zum Beispiel monatlich. Die Käufe erfolgen zu den jeweils aktuellen Kursen.

Kann man mit ETFs Geld verlieren?

Ja. ETFs bilden Märkte ab, und Märkte können fallen. Verluste bis zu einem Totalverlust sind bei Wertpapieren grundsätzlich möglich, breit gestreute Aktien-ETFs schwanken jedoch typischerweise weniger stark als Einzelwerte.

Sind ETFs für Anfänger geeignet?

ETFs sind vergleichsweise einfach nachvollziehbar, weil sie einem Regelwerk folgen. Geeignet ist ein Produkt aber immer nur, wenn Anlagehorizont, Risikobereitschaft und finanzielle Situation dazu passen. Das ist keine Anlageberatung.

Was ist der MSCI World?

Ein Aktienindex, der Unternehmen aus mehreren Industrieländern zusammenfasst. Schwellenländer sind nicht enthalten, und US-Unternehmen haben traditionell ein hohes Gewicht.

Was ist besser: ETF oder Aktie?

Das ist keine Frage von besser oder schlechter. Mit einer Einzelaktie setzt du stärker auf ein Unternehmen, mit einem breit gestreuten ETF verteilst du das Investment. Beides hat andere Risikoprofile.

Wie viele ETFs braucht man?

Es gibt keine feste Zahl. Wichtiger als die Anzahl ist, ob sich die enthaltenen Märkte sinnvoll ergänzen. Mehrere ähnliche ETFs erhöhen die Streuung kaum.

Was bedeutet thesaurierend?

Erträge wie Dividenden bleiben im Fonds und werden dort wieder angelegt. Du erhältst keine Auszahlung, der Wert des Anteils berücksichtigt die Erträge.

Was bedeutet ausschüttend?

Erträge werden in festgelegten Abständen an die Anleger ausgezahlt, zum Beispiel auf das Verrechnungskonto.

Welche Kosten entstehen bei ETFs?

Laufende Fondskosten (TER), je nach Broker Ordergebühren oder Sparplankosten, Kosten des Handelsplatzes sowie die Handelsspanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Zusätzlich können Steuern anfallen.

Wie lange sollte man einen ETF halten?

Aktien-ETFs werden üblicherweise als langfristiges Investment betrachtet, weil kurzfristige Schwankungen hoch sein können. Eine pauschal richtige Haltedauer gibt es nicht.

Kann ein ETF wertlos werden?

Bei einem breit gestreuten Aktien-ETF müsste dafür der gesamte abgebildete Markt ausfallen – das ist sehr unwahrscheinlich, aber theoretisch nicht ausgeschlossen. Enge Themen-ETFs und gehebelte Produkte sind deutlich anfälliger. Fonds können ausserdem geschlossen und abgewickelt werden, dann wird das Vermögen ausgezahlt.

Was passiert mit meinem ETF bei einem Börsencrash?

Der Kurs fällt in der Regel ähnlich stark wie der abgebildete Markt. Die Anteile bleiben in deinem Depot, ein Verlust wird erst durch einen Verkauf realisiert. Ob und wann sich Kurse erholen, ist nicht vorhersehbar.

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Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen, Verluste bis zum Totalverlust sind möglich. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.